Kanada & Deutschland – Ein gekoppeltes Jahr des Dienstes

No Comments » Verfasst am 12. März 2012 von jddteam
Kategorie: Berichte, Deuschtschland, Kanada //// Zeige auf der Weltkarte

Was tun, wenn einen In- und Ausland gleichermaßen interessieren? Gerade dann, wenn in Deutschland so viel Bedarf an Dienst besteht, aber auch andere Länder ihre Faszination auf uns ausüben? Regina stand vor genau diesem Problem, und hat dabei die bestmögliche Entscheidung getroffen: Das Jahr des Dienstes aufzuteilen!

Doch lest selbst, was sie im Laufe dieser spannenden Unternehmung alles erlebt hat ...

 

Ich wollte schon immer nach der Schule ein Jahr des Dienstes machen, eigentlich war der Plan nach Indien zu gehen, aber weil es Kommunikationsprobleme gab fiel das flach. Danach kam die Idee auf, nach Toronto zu gehen für ein Jahr, weil es eine Learning-Site für JY ist. Aber letztendlich wurde ich gefragt, ob ich nicht lieber in Bonn, in meinem eigenen Cluster, bleiben kann um die Learning-Site Köln-Bonn-Aachen zu unterstützen.

Toronto wollte ich aber trotzdem als Idee nicht ganz aufgeben. Außerdem wurden dort schon so viel Erfahrungen mit dem JY-Programm gemacht von denen man lernen kann, dass ich mich, nach einigen Beratungen, entschieden habe einen Teil meiner Zeit in Toronto und einen anderen Teil in Bonn zu verbringen.

 

Also ging’s im Herbst erst mal auf nach Kanada.

Die Zeit, die ich in Toronto verbracht habe, war großartig. Natürlich einerseits, weil es einfach so viel Neues gab. Eine ganz neue Stadt,  ein ganz neues Land und auch eine großartige, riesig neue Baha’i-Gemeinde. In  Toronto leben 2000 Baha’is, aus Deutschland kannte ich so etwas nicht. Das Leben in so einer riesen Gemeinde ist etwas ganz anderes und echt interessant, zum Beispiel wurden zur selben Zeit an die 15 parallele 19-Tagefeste gefeiert. Und in dem Stil fielen auch die Kernaktivitäten aus. Es gab um die 19 Juniorgruppen in der Stadt, in ganz verschiedenen Umgebungen und mit ganz verschiedenen Vorraussetzungen. Ich konnte so viel lernen von den vielen Gruppen; wie unterschiedlich sich die Gruppen bilden, wie man ein Camp mit bis zu 150 JYs organisiert und wie die Koordination so vieler Gruppen funktionieren kann.

Ich war nicht die einzige JDDlerin, mit mir haben noch zwei Mädels aus Kanada JDD in Toronto gemacht und eine Vollzeitkoordinatorin hat uns drei unterstützt. Ich habe immer andere Animatoren zu ihren Gruppen begleitet und versucht, dort etwas mitzunehmen. Einige Gruppen haben mich auch regelmäßig besucht und unterstützt. Die Gruppen fanden natürlich an den Nachmittagen statt, so hatten wir morgens immer Zeit Camps und andere JY-Aktivitäten zu planen und uns für gemeinsame Vertiefungen zu treffen. Weil so viel passiert ist war man nie allein, man wurde immer vom Koordinator oder einem anderen JDDler unterstüt, wenn man Hilfe brauchte. Man wurde immer begleitet und hatte etwas zu tun, in Deutschland war das etwas anders. Aber ich habe versucht, alles, was ich in Toronto lernen konnte, in Deutschland möglichst gut wieder anzuwenden.

 

In Köln-Bonn-Aachen sah die Situation ganz anders aus.

Es gibt weit nicht so viele laufende Juniorgruppen und leider auch nicht so viele aktive Animatoren. Die Juniorjugend-Koordinatorin hat mich auch hier immer begleitet und unterstützt, aber man musste sehr viel mehr Eigeninitiative ergreifen, daher war es gut, dass ich schon Erfahrungen und Übung in Kanada sammeln konnte. Um die meisten Aktivitäten musste ich mich selber kümmern, und weil es nicht so viel zu tun gab und ich die einzige in der Gegend war, die JDD gemacht hat, hatte ich recht viel Freizeit, vor allem Morgens. Ich fand die Zeit in Deutschland anstrengender, da ich immer das Gefühl hatte, meine Zeit nicht voll auszunutzen. Doch im Grunde konnte ich mich in Bonn viel besser und vor allem anhaltender einbringen. Ich kannte die Gemeinde, die Gruppen und die anderen Animatoren bereits, so konnte man besser und nachhaltiger planen. Im Grunde macht es wirklich viel Sinn JDD in seinem eigenen Cluster zu machen, weil sonst das ganze Juniorprogramm so unbeständig wird. Es ist zwar schwerer Neues aufzubauen, als sich in bereits bestehende Strukturen einzubringen, aber ohne Anstrengungen kann das Programm nicht weiter wachsen ;) Außerdem war es eine einfach wunderbare Zeit, in der ich sehr viel lernen konnte. Deshalb würde ich jeden ermutigen, auch eine Zeit intensiven Dienstes in seinem eigenen Cluster zu verbringen.

Insgesamt war mein Jahr des Dienstes ein großartiges Jahr. Ich bin froh, die Erfahrungen gemacht zu haben, die ich gemacht habe. Die beste Entscheidung dabei war es, das Jahr aufzuteilen. Es war gut, dass ich mich durch Kanada quasi „vorbereiten“ konnte und so viele Erfahrungen sammeln konnte. Aber auch die Zeit in Deutschland war super, ich konnte viel über Verantwortung, eigenständiges Lernen und Organisation lernen und darüber Herausforderungen zu überwinden. Ich glaube gerade, dass ich das Jahr aufgeteilt habe, hat das Jahr so großartig und lehrreich gemacht. In Deutschland wäre ich ohne die Zeit in Kanada vermutlich nicht so gut klar gekommen und in Kanada hätte ich auf Dauer nicht so viel bewirken können wie in Deutschland. Es ist schön zu sehen, wie man selbst wirklich ein kleines Rädchen in Bewegung bringen kann.

Ich will wirklich jeden ermutigen, ein Jahr des Dienstes zu machen und vor allem auch die Entscheidung zu treffen, in seinem eigenen Cluster eine gewisse Zeit lang zu dienen. Es wird in jedem Fall eine wunderbare Erfahrung und eine lehrreiche Zeit werden.

Leave a Reply